Wirbelschichttechnologie – robuste Schlüsseltechnologie für industrielle Energie- und Stoffströme
Von der Energieversorgung über Chemie- und Baustoffindustrie bis hin zur Kreislaufwirtschaft steigen die Anforderungen an industrielle Anlagen kontinuierlich: Brennstoffe werden heterogener, Stoffströme komplexer und Emissionsgrenzwerte anspruchsvoller. Gleichzeitig müssen Verfügbarkeit, Effizienz und Flexibilität gewährleistet bleiben.
Eine Technologie, die uns als CONENGA Group dabei seit vielen Jahren begleitet und zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist die Wirbelschichttechnologie. Nicht nur als Verbrennungssystem, sondern als robuste technologische Basis, um Energie- und Stoffströme unter realen industriellen Bedingungen beherrschbar zu machen.
Technologischer Kern: Robustheit statt Idealbedingungen
Was die Wirbelschichttechnologie aus unserer Sicht besonders auszeichnet, ist ihre physikalische Robustheit. Das Prinzip des fluidisierten Wirbelbetts sorgt für eine intensive Durchmischung von Bettmaterial, Brennstoffen und Additiven. Temperatur- und Stoffverteilungen sind deutlich homogener als bei vielen konventionellen Verfahren.
In der Praxis bedeutet das:
- stabile Prozessbedingungen auch bei wechselnden Einsatzstoffen
- geringe Sensitivität gegenüber Schwankungen in Korngröße, Feuchte oder Heizwert
- verlässliche Wärmeübertragung und reproduzierbare Prozessführung
Genau diese Eigenschaften machen Wirbelschichtanlagen besonders geeignet für anspruchsvolle industrielle Anwendungen mit variabler Rohstoffqualität.
Flexibilität als echter Betriebsvorteil
In der industriellen Energieversorgung ist Flexibilität längst kein Nice-to-have mehr, sondern ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Wirbelschichtanlagen können eine breite Palette an Brennstoffen verarbeiten – von Biomasse unterschiedlicher Qualität bis hin zu biogenen Reststoffen und Ersatzbrennstoffen.
Aus Sicht von Anlagenbetreibern ergeben sich daraus klare Vorteile:
- höhere Versorgungssicherheit
- geringere Abhängigkeit von einzelnen Brennstoffquellen
- bessere Anpassungsfähigkeit an Markt- und Verfügbarkeitsänderungen
Gleichzeitig bietet die Wirbelschicht ein günstiges Emissionsverhalten. Die vergleichsweise niedrigen Feuerraumtemperaturen reduzieren die NOₓ-Bildung, und Schwefelverbindungen lassen sich bereits im Prozess binden. In Kombination mit moderner Rauchgasreinigung werden damit auch langfristig strenge Umweltauflagen erfüllt.
Schnittstelle zwischen Energie- und Stoffströmen
Ihre besondere Stärke entfaltet die Wirbelschicht dort, wo Energie- und Stoffströme zusammengeführt werden. Materialien werden nicht nur energetisch genutzt, sondern gezielt thermisch behandelt oder umgewandelt.
Damit ist die Technologie besonders relevant für:
- Chemische Industrie, etwa bei thermischen Vorbehandlungen oder reaktiven Prozessen
- Baustoffindustrie, wo konstante Prozessbedingungen trotz variabler Rohstoffe entscheidend sind
- Kreislaufwirtschaft, wenn energetische Nutzung und stoffliche Verwertung zusammen gedacht werden
Als CONENGA betrachten wir Wirbelschichtanlagen daher nie isoliert sondern immer als Teil eines integrierten Energie- und Prozesssystems und begleiten diese über den gesamten Lebenszyklus mit Fokus auf Regelung, Stabilität und langfristige Betriebssicherheit.
Unsere Leistungen im Konkreten
Wir unterstützen unsere Kund*innen bei:
- Analyse von Betriebsstabilität, Effizienz und Emissionsverhalten
- Entwicklung und Implementierung fortschrittlicher Regelungs- und Automatisierungskonzepte
- Optimierung, Umbauten und Adaptierungen bestehender Wirbelschichtanlagen
So wird Wirbelschichttechnologie nicht nur sicher betrieben, sondern auch strategisch weiterentwickelt.
Praxisbeispiele aus der CONENGA Optimierungsarbeit
Dass sich die beschriebenen Stärken der Wirbelschichttechnologie im industriellen Alltag bewähren, zeigt sich in zahlreichen Projekten, die wir in den letzten Jahren begleiten durften. Gemeinsam ist ihnen, dass die technologische Robustheit der Wirbelschicht bereits vorhanden war – die entscheidenden Hebel lagen im Betrieb, in der Regelung und in der Weiterentwicklung bestehender Konzepte.
Die Automatisierung des Wirbelschichtbetriebs mittels Advanced Process Control führte bei UPM Schongau trotz stark schwankender Brennstoffqualitäten zu stabiler Dampfproduktion nahe der Prozessgrenzen, reduzierten Emissionen und deutlich weniger manuellen Eingriffen.
Im Umbauprojekt Norske Skog in Bruck an der Mur wurden bestehende Verbrennungs- und Regelungskonzepte optimiert und um eine SNCR-Anlage ergänzt. Ergebnis: dauerhaft unterschrittene Emissionsgrenzwerte und höhere Betriebssicherheit – ohne Neubau.
Auch im Projekt bei der Styromag zeigt sich das Potenzial moderner Wirbelschichtinstallationen: Hohe Flexibilität bei organischen Rohstoffen, stabile Temperaturen und zuverlässiger Betrieb durch durchdachte Konzeption und moderne Regelungstechnik.
Fazit:
Die Wirbelschichttechnologie ist eine robuste Schlüsseltechnologie für industrielle Energie- und Stoffströme – besonders dort, wo Flexibilität, Emissionskontrolle und Kreislaufwirtschaft zusammenkommen.
Im Webinar „Wirbelschichtverbrennung“ am 4. März 2026 widmen sich die Experten der CONENGA Group diesem spannenden Thema.
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